Home
Evangelische Gesamtkirchengemeinde Metzingen
Home
Gesamtgemeinde
Martinskirche
Friedenskirche
Neugreuth
Kirchenmusik
Jugendarbeit
Kinderkirche
Ferientagheim
Ökumene
Diakonische Einrichtungen
Kindergärten
Gemeindebrief
Kirchenpflege
Familienbildungsarbeit (fba)
Seniorenarbeit
Christlicher Glaube
Archiv
Gästebuch
Kontakt
Impressum
Credits
Links


Sehnsucht nach dem Raum der Stille
Geschrieben von Hermann Dorn   

ImageBesinnlichkeit, Begegnungen, innere Einkehr - so wünschen sich die meisten Menschen die Weihnachtszeit. Die Realität sieht in der Regel anders aus. Hektische Geschäftigkeit prägt den Dezember. Bernd Weißenborn (49) steht diesem Treiben kritisch gegenüber. Als Moralapostel möchte der Pfarrer aus Metzingen, der im Mai als neuer Dekan nach Esslingen kommt, aber nicht auftreten. Er versteht sich als Brückenbauer, der auf Menschen zugeht.

Weihnachten kann ein frohes, ein schönes Fest sein. Weißenborn erinnert sich gern an seine Kindheit auf einem Bauernhof in der Nähe von Kassel. Mit der Mutter und den Geschwistern ist er an Heiligabend den verschneiten Weg zur Dorfkirche gegangen, während der Vater sich um den Stall gekümmert hat. Erst nach dem gemeinsamen Essen ging später die Tür zum weihnachtlich geschmückten Wohnzimmer auf. Dass mit der Geburt Jesu die Mauer zwischen Gott und den Menschen zerrissen wird; dass diese Mauer durchlässig wird, gehört für Weißenborn zu den frühen Glückserfahrungen, die ihn auf seinem weiteren Lebensweg begleitet haben.

"Diese Stunde ist eine Chance"

Solche Erinnerungen holen den Pfarrer ein, wenn er seinen Gottesdienst für Heiligabend vorbereitet. "Diese Stunde ist eine Chance." Er will eine Tür öffnen, die in einen Raum der Stille führt. "Dort können die Menschen eine Kraft spüren, die sie tragen kann." Wenn der Zugang gelingt, wirkt dieser Tag über Weihnachten hinaus. Die Hoffnung ist, dass Menschen den Glauben neu entdecken und wieder häufiger den Weg in die Kirche finden.

Das schöne Fest kann auch schwierig sein. Gewaltige Erwartungen lasten auf ihm. Weißenborn kennt die Wünsche seiner Konfirmanden an Weihnachten. Sie sehnen sich nach Harmonie, nach Gemeinsamkeit. Doch der Pfarrer weiß, dass die Betriebsamkeit der Vorweihnachtszeit solchen Glücksgefühlen nicht zuträglich ist. "Viele Menschen arbeiten an Heiligabend. Sie müssen unzählige Besorgungen erledigen und Vorbereitungen treffen." Da ist es nicht selbstverständlich, dass sich plötzlich die erhoffte Weihnachtsstimmung einstellt. Weißenborn selbst kennt das Problem, wenn er im Vorfeld tausend Dinge zu erledigen hat und sich vorsehen muss, nicht in Hektik zu verfallen.

Die Menschen abholen

Ein Besserwisser will dieser Theologe nicht sein. Auch kein Moralapostel, der über den Kommerz an Weihnachten die Nase rümpft und den Leuten eine Strafpredigt hält, weil sie sich das ganze Jahr nicht in der Kirche sehen lassen. "Ich will die Menschen abholen, wo ich ihnen begegne", sagt er. Was sich aus dieser Situation entwickelt, hat er nicht in der Hand. Unabhängig vom Ergebnis treibt ihn aber das Anliegen, ein Verständnis für die Bibel zu fördern. "Gott und sein Sohn sind voller Sehnsucht nach den Menschen", erklärt er. Diese Gewissheit trägt auch ihn. "Sie gibt mir Kraft."

Bedachtsam wählt der Kirchenmann seine Worte. Er will niemand verprellen. Und doch macht er kein Hehl, dass er mit Sorge die Auswüchse des kommerziellen Treibens vor Weihnachten verfolgt. "Der Konsum wird überbetont und verdeckt die Botschaft der Bibel", sagt er und ruft auf, zu den eigentlichen Inhalten vorzudringen. Der Dezember sei nicht von ungefähr eine Vorbereitungs-, eine Fastenzeit. Diesen Kern will er freilegen.

Eine Grenze sieht Weißenborn auch überschritten, wenn er die Praxis des Schenkens betrachtet. Im Prinzip hält er diese Kultur für sinnvoll. Auch aus theologischen Gründen. "Gott beschenkt an Weihnachten alle Menschen mit Jesus." Da sei es nur konsequent, wenn auch die Menschen etwas weitergeben. Dazu gehöre aber ein vernünftiges Maß. Der Pfarrer, der verheiratet und Vater von vier Söhnen im Alter von 20, 19, 17 und 15 Jahren ist, orientiert sich an diesem Ideal. "Ja, natürlich gibt es bei uns Geschenke." Er fügt aber hinzu, dass sie nicht im Zentrum stehen.

Solche Überlegungen führen für den Theologen zum Kern der Weihnachtsbotschaft. "Gott öffnet uns die Augen für Arme, Trauernde und Leidende." Wer Wohlstand genieße und einen sicheren Arbeitsplatz besitze, müsse das Fest mit Blick auf diese Menschen feiern. Weihnachten bietet Anlass zur Freude, aber auch zur Dankbarkeit, betont Weißenborn. Es sei folgerichtig, wenn die Kirche im Dezember für "Brot für die Welt" wirbt. "Weihnachten ist mehr als ein Kling-Glöckchen- Fest. Es ist auch ein ernstes Fest", sagt er und fügt hinzu, Jesus sei schließlich in eine bittere Welt hineingeboren worden.

 

 





Passwort vergessen?
Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren
Aktuelle Termine
10.09.10
Gesamtkirchengemeinde: Andacht im betreuten Wohnen
12.09.10
Martinskirche: Ordination von Vikarin Lück und Vikar Krimmer
12.09.10
Gesamtkirchengemeinde: Gottesdienst auf dem Florian
14.09.10
Friedenskirche: Öffentliche Sitzung des KGR
14.09.10
Martinskirche: Öffentliche Sitzung des KGR
Termine
« < September 2010 > »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3

Vielfalt online lesen

Gesamtgemeinde
Suchen Sie vielleicht...
Neuhausen - Glems
St. Bonifatiuskirche