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Arbeitskreis Ökumene Metzingen |
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Geschrieben von Christoph Bayer
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Im Frühjahr 1996 kamen erstmals die Mitglieder des Ausschusses für
Mission und Ökumene des Evangelischen Gesamtkirchengemeinderates und
Mitarbeitende anderer christlicher Kirchen und Gemeinden zusammen: aus
der katholischen St. Bonifatiusgemeinde, der
Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde sowie der
Evangelisch-methodistischen Christuskirche. Man war sich nicht völlig
fremd, beging man doch schon seit längerem die Ökumenische Bibelwoche,
die Friedenswoche und den Weltgebetstag der Frauen gemeinsam. Aber es
gab den Wunsch nach mehr, nach intensiveren Kontakten und größerer
Verbindlichkeit. Von Anfang an herrschte ein offenes Klima von
Wertschätzung und gegenseitigem Interesse, und dieses Treffen wurde
bald wiederholt. Aus solchen lose verabredeten Terminen entstand noch
im Laufe des Jahres 1996 der "Arbeitskreis Ökumene Metzingen".
Am
Anfang stand gar nicht so sehr der Wunsch, miteinander zu reden,
sondern miteinander etwas zu tun. Eine erste gemeinsame Aktivität war
eine Anzeigenaktion zum Thema "Schutz des Sonntags".
Es kam eine Aufbruchstimmung auf, die nach mehr verlangte. Es
dauerte nicht lange, bis das ehrgeizige Ziel im Raum stand, eine
"Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen ( ACK) Metzingen" zu
formieren. Informelle Kontakte zum ACK-Büro in Stuttgart ergaben
beides: Ernüchterung und neue Impulse. Die Auskunft, eine ACK mache nur
dann Sinn, wenn sich bereits eine gewisse ökumenische Kultur etabliert
habe, erforderte neues Nachdenken und Planen: Wie lässt sich eine
ökumenische Kultur entwickeln und pflegen? Ein Baustein dafür wurden
die Ökumenischen Andachten. Seit 1998 finden sie nun statt, jeden
letzten Mittwoch im Monat um 19 Uhr im Chorraum der Martinskirche.
Zeitgleich
kam die Idee auf, das Jahr 2000 mit einem ökumenischen Gottesdienst zu
beginnen, der bewusst an die Stelle der Neujahrsgottesdienste in
den einzelnen Gemeinden treten sollte - als gemeinsame Feier der
Christen in Metzingen. In diesem Zusammenhang wurde eine gemeinsame
Plattform formuliert, die "Leitgedanken für eine Zusammenarbeit
der Christen in Metzingen". Diese wurden zu Pfingsten 1999 allen
Gemeinden zugestellt und in den folgenden Monaten auch von allen
gemeindeleitenden Gremien zustimmend zur Kenntnis genommen.
Am
1. Januar 2000 wurde unter großer Anteilnahme der Gemeinden der erste
Ökumenische Gottesdienst zum Jahresbeginn gefeiert; in der Zwischenzeit
gehört er in allen beteiligten Gemeinden fest zum
Gottesdienstterminkalender.
Es begann die Reihe der Ökumenischen
Tischgespräche, die zwar ähnlich strukturiert sind wie die Abende der
Ökumenische Bibelwoche, sich aber bestimmter Themen annehmen, die von
den Konfessionen und Denominationen unterschiedlich behandelt werden -
Rechtfertigung, Kirchenverständnis, die Bedeutung der Heiligen,
Abendmahl, Amtsverständnis.
Von großer Bedeutung für uns war
im Jahr 2002 der Besuch einer kleinen Delegation aus unserer englischen
Partnerstadt Hexham, von der dortigen Anglikanischen Abbey. Ganz
selbstverständlich wurde nach der Ökumene in Metzingen gefragt, und
diesem Kreis ein Gruß von "Churches Together in Hexham" überbracht. Der
Arbeitskreis Ökumene - u.a. mit Pfarrer Weiß von der Bonifatiuskirche,
Pastor Wittenzellner von der Christuskirche und Pfarrer Bayer von der
Martinskirche - machte im Sommer 2003 den Gegenbesuch.
 Besuch in Hexham 2002
Ein
weiterer Höhepunkt war das Jahr der Bibel 2003 mit den "Bibelwegen",
die nicht nur ökumenisch verantwortet waren, sondern in ihrer konkreten
Gestalt ein ökumenisches Zeichen waren: künstlerisch gestaltete
Verbindungswege zwischen den gottesdienstlichen Orten der beteiligten
Gemeinden.
 Aktion "Bibelwege" 2003
Der Arbeitskreis Ökumene ist nicht die allumfassende
Ökumene, die zum Ziel hat, Traditionen anzugleichen und die Eigenarten
der Konfessionen und Denominationen einzuebnen. Das belegen auf der
einen Seite die Ökumenischen Leitlinien, die dezidiert nicht eine
Kirchenvereinigung als Ziel benennen, sondern Verständnis und
Annäherung ohne Preisgabe der eigenen Identität. Zum anderen
ergibt es sich aus der Tatsache, dass es christliche Gemeinden in
Metzingen gibt, die von uns eingeladen wurden, aber entweder gar nicht
oder sehr zurückhaltend reagiert haben.
In den zurückliegenden
Jahren hat sich also eine anregende ökumenische Kultur entwickelt - es
gäbe noch viel mehr Aktionen und Veranstaltungen zu nennen! Diese
braucht eine verbindliche und namhafte Gestalt und eine verlässliche
Rückkopplung in die einzelnen Gemeinden. Deswegen informierte der
Arbeitskreis bei einem Treffen aller gemeindeleitenden Gremien im
Februar 2005 über seine Absicht, die Bildung einer "Arbeitgemeinschaft
Christlicher Kirchen (ACK) Metzingen" nun konkret zu verfolgen. Wenn
alles gut geht, wird es noch im Jahr 2006 so weit sein... |