Eine positive Bilanz ziehen die Organisatoren der Metzinger Friedenstage  bezüglich der diesjährigen Veranstaltungen. Für den Arbeitskreis Frieden erklärte Pfarrer Metzger: "Die Metzinger Friedenstage waren ein großer Erfolg. Sie haben sehr viele Menschen zusammengeführt  und ins Nachdenken gebracht. Sie haben in der Praxis auch die unsachlichen Unterstellungen und insbesondere den Vorwurf der Israelfeindlichkeit Lügen gestraft."

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Die Metzinger Friedenstage wurden von Parteien, Ehrenamtlichen Initiativen und den Kirchen innerhalb der ACK durchgeführt.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildete der Vortrag des Unternehmers, Israelkenners und Trägers der Otto-Hirsch-Medaille, Karl-Herrmann Blickle, am 24. 11. 2009 in der Neuen Aula des Bonhoeffer-Gymnasiums. Der Redner wandte sich gegen die falschen Alternativen in Politik und Wirtschaft. Falsch sei in Bezug auf den Nahen Osten vor allem die Alternative Pro Israel - contra Israel. Die richtige Alternative sei es, weg von der Polarisierung hin zum Brückenbauen zu kommen. In diesem Zusammenhang führte er Beispiele für derzeitige Brückenbauer auf und nannte insbesondere den Einsatz von Pfarrer Jadallah Shihadeh von der Abrahamsherberge, der als palästinensischer Christ nach der Maxime lebe:  Das Wohl des einen Volkes ist das Wohl des anderen Volkes.

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Eine krisenhafte Situation gebe es aber nicht nur im Nahen Osten sondern auch in der Wirtschaft. Auch hier gehe es oft um falsche Alternativen. Anstelle von Neoliberalisierung oder Intervention müsse es einen Dritten Weg geben. Hier komme die Ethik ins Spiel. Der dritte Weg ist laut Blickle ein nachhaltiges Wirtschaften der Unternehmen. Die Ökonomie richte sich dann an ethischen, ökologischen und sozialen Standards aus. Dies könne aber nur Erfolg haben, wenn der Markt die Unternehmen entsprechend motiviere. Letztlich müssten also die Konsumenten auf den richtigen Weg hinwirken, indem sie ihre Käufe in diese Richtung ausrichten. Wenn der Markt  etwas Bestimmtes verlange, müssten die Unternehmen entsprechendes anbieten, so Blickle.                 

Die Verpflichtungen des Einzelnen für das Ganze wurden an sämtlichen Abenden der Friedenswoche, im Gottesdienst und auch an dem sehr gut besuchten Filmabend im Metzinger Luna den Besuchern klar.

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Was den Aspekt des Friedens im Heiligen Land betrifft, so waren die Friedenstage nach Überzeugung der Veranstalter in  der Solidarität zu Israel als dem Volk Gottes nach biblischem Zeugnis  geprägt und von der Sorge um die Zukunft des Zusammenlebens von zwei Völkern im Heiligen Land. Und sie waren insgesamt bestimmt von der Frage, wie in der Suche nach dem Gemeinsamen, durch die Begegnung von Menschen und gegenseitigem Verständnis jeglichem Fundamentalismus der Boden entzogen werden kann und nachhaltige Friedensprozesse  gefördert werden können, die Mauern dauerhaft überwinden.                             

Werner Schulz

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