Fast auf den Tag zwanzig Jahre nach der letzten Aufführung von Bachs Johannespassion in der Martinskirche bringt die Martinskantorei am Palmsonntag (29.März) dieses große kirchenmusikalische Werk wieder in Metzingen zu Gehör.

Zwar hat die Probenarbeit schon nach der Sommerpause eingesetzt. Trotzdem war klar, dass nur eine intensive Einstudierung in einer mehrtägigen Klausur den Sängerinnen und Sängern die letzte Sicherheit vermitteln konnte.

Bildungshaus Untermarchtal
So versammelten sich die rund 65 Choristen unter der Leitung von Bezirkskantor Stephen Blaich  von 27. Februar bis 1. März im Bildungshaus der Vinzentinerinnen in Untermarchtal an der Donau. Die Rahmenbedingungen für die Chorfreizeit waren gut organisiert und versprachen für Chorleiter und Chor gleichermaßen eine gute Probenarbeit, zumal die gastfreundlichen Vinzentinerinnen vielen Choristen von früheren Chorfreizeiten in bester Erinnerung waren.

Intensiv wurde von Freitag bis Samstag an Details gefeilt; die Choristen trafen sich meist zum vierstimmigen Singen bis zum späten Abend, am Samstag auch zu Einzelstimmproben. Der Sonntagvormittag brachte dann den Durchlauf durch das ganze Werk, das insgesamt (mit Rezitativ und Arien) gut zwei Stunden dauert, von denen die Kantorei allein mit Eingangschor, Schlusschor und elf Chorälen fast 30 Minuten bestreitet, zu denen zehn Turbae-Chöre (z. B. „Kreuzige!“) und die Beteiligung an zwei Arien kommen.

Insgesamt wurden es fast vierzehn Stunden, in denen mit meist großer Konzentration alle Beteiligten in sorgfältiger Detailarbeit den letzten Schliff erarbeiteten, so dass am Ende Stephen Blaich „seinem“ Chor für die gute Arbeit danken konnte.

Gundula Bernhold
Einen maßgeblichen Anteil hatte auch wieder die bekannte und beliebte Musikpädagogin und Sängerin Gundula Bernhold mit ihrer temperamentvollen Aufwärmarbeit zum Einsingen und immer wieder bei Empfehlungen zur Stimmbildung und –entfaltung geleistet.

Von Stephen Blaich liturgisch und inhaltlich gestaltete Andachten stimmten auch geistlich die Kantoreimitglieder ebenso auf die Passion ein, wie Blaichs Erläuterungen zu J. S. Bachs Text- und Musikgestaltung des Werks selbst. Und etwas kam natürlich auch nicht zu kurz: die persönliche Begegnung untereinander. Vor allem an den beiden Abenden saß man nach der Probe noch beieinander, so dass musikalische Einstimmung und fröhliche Stimmung sich gut ergänzten.

Gemütliches Beisammensein in der Kellerbar
In Metzingen ist die Aufführung vom Veranstaltungsring in die Reihe seiner  Veranstaltungen aufgenommen worden, so dass dessen Mitglieder Eintrittskarten für die Kategorie I mit leichtem Aufpreis, die anderen umsonst erwerben können.
Der Vorverkauf im i-Punkt hat bereits begonnen.

Ein Fotoalbum von H. Kaut und H. & D. Feucht gibt einen Einblick in die intensive, aber auch fröhliche Probenarbeit.