Presseerklärung der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Metzingen zu anstehenden Stellenstreichungen im Dekanat und den möglichen Folgen für die Metzinger Gemeinde

Der Evangelische Gesamtkirchengemeinderat Metzingen hat in seiner Sitzung am 24. Juli über notwendige Strukturveränderungen in der Gesamtgemeinde beraten. Grund hierfür ist der  Pfarrplan des Evangelischen Kirchenbezirks Bad Urach. Dieser sieht unter anderen Stellenkürzungen vor, in Metzingen eine 100 % Pfarrstelle im Neugreuth zu streichen.

Auch wenn dieser Beschluss noch nicht endgültig ist, beschäftigte sich das Metzinger Gremium mit den möglichen Konsequenzen und bedachte Modelle neuer Strukturen für eine zukünftige noch engere Zusammenarbeit. Der Verlust einer von vier Pfarrstellen bedeutet eine gewaltige Herausforderung - zumal bei der Pfarrstelle Neugreuth ein Stellenanteil von 25% für Aufgaben der Gesamtgemeinde für Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit intergriert ist.

Konsens bei den 30 Rätinnen und Räten aus Neugreuth, Friedenskirche und Martinskirche war, dass die gottesdienstliche und seelsorgerliche Versorgung im Stadtteil weiterhin wichtig ist. Ebenso war man sich einig, dass eine Stellenstreichung nicht nur das Neugreuth sondern die Gesamtkirchengemeinde betreffen wird. So müssen z.B. die Aufgaben unter den Pfarrkollegen in Zukunft neu verteilt werden.

Diskutiert wurden zwei Modelle einer Gemeindefusion. Bei der "kleinen Lösung" handelt es sich um eine Fusion der seitherigen Gemeinden Friedenskirche und Neugreuth. Einige Straßen aus diesem Gemeindebereich würden dann spätestens bei Wegfall der Pfarrstelle in den Seelsorgebezirk der Martinskirche fallen. Die "große Lösung" wurde ebenfalls ausführlich diskutiert: hierbei würden alle drei Teilgemeinden - also auch die Martinskirche - fusionieren und die Seelsorgebezirke ebenfalls neu aufgeteilt. Der Unterschied in beiden Modellen liegt im Wesentlichen in der Struktur der Gemeindeleitung, die sich neu aufstellen muss. Bei der "großen Lösung" liegt die Leitung bei einem kleineren, handlungsfähigen Gremium, das wiederum Aufgaben an Ausschüsse delegieren kann. Bei der "kleinen Lösung" würde die seitherige Struktur weitestgehend erhalten, bei der Teilkirchengemeinderäte und Gesamtkirchengemeinderat je ihre Entscheidungskompetenzen haben.

Der Gesamtkirchengemeinderat neigt nach aktuellem Diskussionsstand mehrheitlich der "großen Lösung" zu. Die möglichen Veränderungen und offenen Fragen zu beiden Lösungen sollen am 11. Oktober  im Rahmen einer Gemeindeversammlung mit allen interessierten Gemeindegliedern diskutiert werden. Wenn man sich auch noch nicht eindeutig auf eine der Lösungen festgelegt hat, war man sich doch einig, dass das vielfältige Gemeindeleben weiterhin gefördert werden soll. Denn die Leitung einer Gemeinde ist das eine, der große Reichtum der Metzinger Gesamtkirchengemeinde liegt jedoch in den Ehrenamtlichen, die sich jeweils an "ihrer Kirche"  und für das Ganze engagieren. Dass dies so bleibt, ist ausdrücklicher Wunsch des Gesamtkirchengemeinderats.

Metzingen, 26.7. 2012 Pfarrerin Petra Frey und Andreas Bahnmüller