Grußwort zur Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Dr. Dieter Feucht
am 12.07.2017

                                                                                                                                             Foto: Thomas Kiehl

Lieber Dieter, liebe Hildegard, liebe Gäste jeglichen Standes und jeder Ehre.

Wenn man so beginnt, ein Grußwort zu einem solchen Anlass zu formulieren, so könnte man der Versuchung erliegen, alle möglichen Stationen deines segensreichen Wirkens für unsere evangelische Gesamtgemeinde hier zu erwähnen und eine art tabellarische Aufstellung zu machen. Dies wäre meines Erachtens aber zu kurz gesprungen und so will ich einen anderen Ansatz wagen.

Auch sollte so ein Grußwort ja nicht in einen abendfüllenden Vortrag ausarten. Es ist hier wie bei einer Predigt. Die darf ja bekanntlich über alles gehen – nur nicht über eine Viertelstunde. So habe ich versucht, für eine Beschreibung Deines Wirkens eine Art Überschrift zu finden.

Ich habe einfach mal zu reflektieren versucht, was mir aus Deiner 24-jährigen Zeit als Kirchengemeinderat der Martinskirche und dann auch als Vorsitzender der Gesamtgemeinde so in den Sinn kommt.

Relativ schnell kam mir da der Begriff „ Noten“ in den Sinn. Dies im direkten – aber auch im etwas übertragenen Sinn. Das naheliegende, deine Verbundenheit zur Musik speziell zur Kirchenmusik, ist hier sicher die direkteste Assoziation. Dieser Leidenschaft bist Du bis heute als aktiver Sänger zusammen mit Deiner Hildegard in unserer Martinskantorei treu. Hier warst du auch immer offen und ansprechbar für den breiten Themenstrauß von organisatorischen bis inhaltlichen Dingen.

 

Hildegard und Dieter beim Sommerfest der Kantorei 2014                                                 (Foto: H. Kaut)

 

Das zweite sind dann die Noten – eher in Form von Banknoten oder konkret den finanziellen Themen. Hier durften wir als Kirchengemeinde von Deiner großen Erfahrung immer wieder profitieren und auf Deine Unterstützung zählen. Sei es in den nicht immer ganz einfachen Verhandlungen mit dem Oberkirchenrat aber auch mit der bürgerlichen Gemeinde hier in Sachen Kindergärten oder Bauvorhaben.

Eine dritte Assoziation ist mir dann persönlich zum Begriff Noten im Sinne von Notizen – oder besser gesagt: Protokolle – gekommen. Hier hast Du es mir immer wieder in meiner Funktion als damaligem ersten Vorsitzenden des Martinskirchengemeinderates leicht gemacht. Komplexe Sachverhalte hast Du verstanden im Protokoll „auf den Punkt“ zu bringen. Aber auch in den Sitzungen war diese, Deine Fähigkeit Dinge prägnant zu formulieren immer wieder wertvoll. Auch die Gespräche und Telefonate in der Vorbereitung von Sitzungen sind hier zu erwähnen. Es war und ist Dir auch immer wichtig gewesen eine klare und verständliche Sprache zu wählen. Hier war Dir das Schwäbische, in jedem Fall aber die deutsche Sprache wichtig. Anglizismen nur dort wo es nicht anders ging.

Ein letztes – um den Bezug auch hier zu Noten herzustellen und vorab: mit der Schulnote eins zu bewerten – war und ist Dein Demokratieverständnis. Es war Dir immer wichtig, Themen offen zu diskutieren – dies auch gelegentlich kontrovers, aber immer in der Sache klar. Andere Meinungen zu Wort kommen zu lassen, den Austausch über Sachverhalte im nötigen Maß und dann aber auch konsequent in Form einer Abstimmung wieder zu fokussieren. Ein weiterer Aspekt, der mich persönlich immer wieder beeindruckt hat, und an dem ich auch persönlich immer wieder viel gelernt habe, war Dein Umgang mit Abstimmungsergebnissen. Auch wenn diese vielleicht manchmal nicht Deine Meinung widergespiegelt haben. Stets hast Du sie mitgetragen und umgesetzt. Hier schließt sich für mich der Kreis von Demokratieverständnis und Deiner ebenso klaren Haltung als Christ.

Wie eingangs bereits erwähnt kann dies nur eine auszugsweise Aufzählung sein. Dafür danke ich Dir umso herzlicher für Dein aktives Wirken für unsere evangelische Gesamtgemeinde; nicht minder aber auch persönlich für all das, was ich von Dir und Deinem Tun und Handeln lernen durfte.

Gottes Segen möge Dich und Deine Familie auf Eurem weiteren Weg begleiten und ich möchte Dir dazu ein Wort aus Offenbarung 1, Verse 17 und 18 mitgeben welches vielleicht auch eine gute Zusammenfassung sein mag:

"Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der der Letzte und der Lebendige."