Klang des Südens auf dem Martinskirchplatz

Seit vielen Jahren laden die Chöre der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde zu ihrer sommerlichen Serenade ein. Immer wieder in den Vorjahren mussten sorgenvolle Blicke zum Himmel fragen: Hält das Wetter, oder kommt es zum Regnen, und müssen wir die Veranstaltung in die Kirche verlegen?“. Am 6.Juli 2015 war die Fragestellung anders: Kann man den Chören das Singen in der Sonnenhitze zumuten? Schließlich haben die Sängerinnen und Sänger den Platz für Ihre Auftritte vor der Südwand der Martinskirche, direkt von der Sonne beschienen.

 

Aber schon die Überschrift auf dem Liedblatt gebot, dass man sich der Hitze stellte: Die Chöre sollten ja den „Klang des Südens“ dem erwartungsfrohen und wieder sehr zahlreich erschienenen Publikum vermitteln. Dieser Klang des Südens stellte  am Eröffnungsabend des Evangelischen Kirchentags in Stuttgart bei nicht ganz so heißen Temperaturen den deutschen Süden den Kirchentagsbesuchern vor, und zahlreiche Mitglieder der Martinskantorei hatten damals mitgesungen. So war es kein Wunder, dass Kantor Stephen Blaich dieses musikalische Programm in den Mittelpunkt der diesjährigen Serenade stellte.

Mit der württembergischen Nationalhymne „Preisend mit viel schönen Reden“ eröffnete der Posaunenchor den musikalischen Teil des Abends, nachdem zuvor schon die Gäste dankbar von dem umfangreichen Getränkeangebot Gebrauch gemacht und so ihren ersten Durst gestillt hatten.

Wohltuend moderiert durch Pfarrer Martin Winter trugen anschließend die Martinskantorei mit dem Friedenskirchenchor und dem Kinderchörle vertraute und neue Lieder vor, die den Klang des Südens präsentieren sollten. Vielfach begleitete der Posaunenchor die Sängerschar, die es trotz zahlenmäßiger Überlegenheit oft schwer hatte, gegen die lautgewaltigen Bläser anzukämpfen. Immer wieder sangen auch die Besucher mit dem ausgeteilten Liedblatt in der Hand gern mit.

Eine ausgiebige Pause nach dem ersten musikalischen Block wurde vor allem zum Gang an die Getränke- und Spesentheke und zu lebhaften Gesprächen genutzt. Unter dem Schatten der Kastanien durfte man sich laben, wie es Martin Winter angekündigt hatte.

Mitglieder des Gospelchors eröffneten mit Spiritual und einem großen Medley aus vielfach populären Kompositionen schwungvoll den zweiten musikalischen Teil. Posaunenchor, Martinskantorei und Friedenskirchenchor beschlossen die musikalischen Vorführungen. Pfarrer Winter hatte mit einem sehr musikalischen Gebet den abschließenden geistlichen Impuls gegeben und so noch einmal die  ganze Zuhörerschaft mit allen Akteuren zur Gemeinde vereint.

Natürlich fehlte am Schluss der Dank nicht: Stephen Blaich als Leiter der Gesangsgruppen und musikalischer Gesamtleiter, Bärbel Giebeler mit den Kindern und Thomas Widmann als Dirigent des Posaunenchors erhielten ebenso viel Beifall, wie die für die Organisation und die Versorgung der Gäste Verantwortlichen und – natürlich – alle musikalisch Mitwirkenden.