Aufatmen - Durchatmen: wenn das Leben wieder einen normalen Rhythmus  findet, wenn die Anstrengung nachlässt, wenn die Gefahr vorüber ist.

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Nicht immer ist unser Alltag ein einziges Atemanhalten oder Nach-Luft-Schnappen. Trotzdem tut es uns gut, wenn wir Zeiten haben, von denen wir mit Sicherheit erwarten können: Da darf ich aufatmen.

Aufatmen - ein Wort, das so übrigens in  der Bibel nicht vorkommt.

Der Atem selbst aber schon: Das Gebilde aus Fleisch und Blut, das die Gestalt des Menschen  
ausmacht - es wird erst zum Menschen durch den Atem, durch das  gleichmäßige Ein und Aus der Atemluft. Nach dem biblischen Schöpfungsbericht hat Gott selbst diesen Atem in den Menschen gegeben.

Aufatmen meint nicht nur entspannen, Anstrengung hinter sich lassen, Freizeit genießen. Im Aufatmen können wir uns neu bewusst machen, wem wir unser Leben verdanken, wer uns den Rhythmus des Atems geschenkt hat, wer unser Leben zusammenhält - auch dann noch, wenn es uns den Atem verschlägt.

Pfarrer Christoph Bayer