Hebräer 10,35

Mit dem Wegwerfen haben wir so unsere Erfahrungen. Was nicht mehr zu gebrauchen ist, kommt in den Mülleimer. Was an Abfall da ist, wird schön recycelt. Was ausgedient hat, wird entsorgt. Die Wegwerfgesellschaft ist schnell dabei, wenn es darum geht, Altes, Überholtes, Unbrauchbares rauszuschmeißen.

Image 

Aber nicht nur Gegenstände werden fortgeworfen. Auch Überzeugungen werden über den Haufen geworfen. Erschreckend ist, wie schnell manche Positionen vertreten und wieder verworfen werden und wie Glaube gewechselt wird auf dem religiösen Markt der Möglichkeiten. Dabei steht und fällt alles Zusammenleben doch mit dem Vertrauen, mit dem Glauben. Wenn kein Vertrauen mehr da ist, wird es schwierig.

Ich weiß wohl, dass es uns manchmal danach zumute ist, das Gottvertrauen wegzuwerfen. Durch zu viel müssen wir hindurch. Zu viel scheint schwierig. Zu viel steht allem entgegen. Zu viel stellt den Glauben infrage - da braucht es nicht mehr viel und mein Gottvertrauen ist weg.

Aber genau das sollen wir nicht tun: nicht die Hoffnung wegwerfen. Sie ist doch begründet in dem, der durch dick und dünn gegangen ist, durch Leben und Tod und vom Tod zum Leben. Er ist unsere Hoffnung in Person - Jesus.

Werfen Sie darum Ihr Gottvertrauen nicht weg – das möchte ich Ihnen heute ganz persönlich wünschen. Wer Gott vertraut, braucht sich nicht zu fürchten. Auch aus Bösestem kann er Gutes entstehen lassen. In jeder Notlage will er die nötige Widerstandskraft geben. Mit unseren Fehlern wird er fertig. Seine Gegenwart ist uns verheißen. Hier liegen die Quellen unseres Mutes.

Es wird heute viel von erneuerbaren Energien gesprochen. Die liegen nicht nur im Wind oder in der Erde. Sie sind auch in uns selbst hineingelegt worden. Unsere Glaubenszuversicht ist eine erneuerbare Lebensenergie, eine der wichtigsten. Werfen wir unser Gottvertrauen nicht weg. Es steht unter einer großen Verheißung!

Ihr Pfarrer Bernd Weißenborn