Zum Ewigkeits- oder Totensonntag gehört das Erinnern, das Gedenken an unsere Toten. Das entspricht nicht nur guter Tradition, es ist ein Akt nachträglicher Würdigung und ein Akt unseres Glaubens: Zum einen werden wir an unsere eigene Sterblichkeit erinnert und richten daraufhin unser Leben vielleicht wieder neu aus. Und zum anderen verbindet sich Hoffnung damit – auch wenn wir gestorben sind, wird irgendwann die Erinnerung an uns verblassen und ganz aufhören. Durch den Glauben wissen wir aber, dass die Toten bei Gott nicht vergessen sind! Er behält sie im Gedächtnis, jeden einzelnen, nicht nur irgendetwas von uns. Gott verbürgt, dass das Leben der Verstorbenen nicht wie eine Rakete im Weltall verlischt, sondern bleibt. Durch den Glauben bekommen wir die Hoffnung, dass dann etwas Neues aufbrechen wird.

Darum gedenken wir unserer Toten und zünden ein Licht für sie an, weil wir um einen Gott wissen, der an uns denkt, der die Menschen sterben lässt, sie aber wieder zu sich ruft. Wir gedenken unserer Toten, weil wir an den Gott glauben, der zu den Toten hinabgestiegen ist durch seinen Sohn Jesus Christus. Und der in seiner Auferstehung allen die Verheißung der Auferstehung gegeben hat.

Das ist der Grund, der uns an das neue Leben nach dem Tod glauben lässt. Und wir haben es zu guter Letzt nicht mehr mit dem Tod selbst zu tun, sondern mit dem »Gott, der die Toten zum Leben erweckt und das, was nicht ist, ruft, dass es sei« (Römer 4.17).

Pfr. B. Weißenborn