Wir nennen den Mai "Wonnemonat" und lieben die Farben, die Düfte und die Musik, die er mit sich bringt. Herrlich! - Kein anderer Monat steht so für Leben, Freude und Glück wie der Mai. Das macht ihn zum bevorzugten Hochzeitstermin.

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Der Schriftsteller Erich Kästner nennt den Mai "Mozart des Kalenders". Gleich einer viel umjubelten Prozession lässt er ihn im Gedichtezyklus "Die dreizehn Monate" einziehen. Wo er auftritt und grüßt, blüht das Leben in voller Pracht.

Doch in das vollkommene Glück, "O gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai!", mischt Kästner den Gedanken der Vergänglichkeit und bemerkt: "Auch Glück kann wehtun. Auch der Mai tut weh." Schönheit hat eine schmerzhafte Seite, die Vergänglichkeit! Alles, was ist, alles im Leben vergeht! "Mit jedem Pulsschlag wird aus heute, gestern!" Das ist hart!

Worauf soll ich jetzt meine Hoffnung setzen? Auf den kurzen Augenblick? Auf den Mai im nächsten Jahr? Die christliche Hoffnung, die Jesus Christus begründet, heißt Ewigkeit. Es ist nicht ein Rhythmus von Werden und Vergehen, sondern etwas völlig Neues:

"Schön sind die Blumen,
schöner sind die Menschen
in der frischen Jugendzeit;
sie müssen sterben,
müssen verderben,
doch Jesus bleibt in Ewigkeit."

aus "Schönster Herr Jesu", Ev. Gesangbuch Nr. 403, Strophe 4; Münster 1677 

Pastor Peter Wittenzellner

("Mai" aus Erich Kästner "Die 13 Monate"; Atrium Verlag Zürich 1955)