Wie eine Dampfmaschine funktioniert, lässt sich erklären. Welche Erbinformationen auf welchem Gen gespeichert sind, ist vielfach erforscht. Warum Pflanzen zum Wachstum Sonne brauchen ist bekannt. - Was die Auferstehung bedeutet, lässt sich nicht so einfach erklären. Was am Ostermorgen geschah, entzieht sich überhaupt allen menschlichen Erklärungsversuchen. Nicht zu fassen ist, was Maria Magdalena erlebt hat auf dem Weg zum Grab Jesu. Kaum zu glauben ist es für sie und für die anderen Jünger. Nicht zu greifen ist der, der nicht im Tode blieb. Aber ergreifen lassen kann man sich von allem und von Ihm. Es ist wie in der Liebe. Erklären kann man sie nicht, aber sich ihr öffnen und sich berühren lassen, das schon.

Der Auferstande - Julius Schnorr von Carolsfeld 

Wer die Auferstehung erklären will, wird scheitern. Aber dem Geheimnis von Ostern auf die Spur kommen, das können wir. Hören, was Gott getan hat. In der Schrift nachlesen, wie sich alles zugetragen hat. Die Hoffnung hochhalten auf das, was verheißen ist. Mitten in den alltäglichen Dingen und darüber hinaus die Gewissheit haben: Gottes Leben ist stärker als der Tod. Seine Liebe hat einen längeren Atem als Hass und Trauer. Gott ist nicht tot. Jesus lebt und wirkt. Er hilft und tröstet.

Wie kaum ein anderes Symbol ist das Ei - uraltes Schöpfungssymbol - in der Kirche zum Auferstehungssymbol geworden. Christus bricht am Ostermorgen aus dem Grab heraus - wie ein Küken aus dem Ei hervorbricht. Da hören unsere Erklärungen auf, da fängt das Staunen und das Danken an. Da entsteht Zuversicht, die zum Leben hilft und zugleich über den Horizont der Welt hinausblicken lässt. An Ostern geht es um Leben. Nicht nur so allgemein. Es geht um das von Gott qualifizierte Leben - ewiges Leben. Nicht vorzustellen, aber Grund zur Freude!